Tutorial

Wie Google Maps im Journalismus eingesetzt werden kann

Neben der herkömmlichen Suchmaschine kann man mit Google Maps die Welt erkunden - mit dem Street View sogar zu Fuss. In diesem Tutorial erfährst du, wie Google Maps verwendet werden kann, um besseren Journalismus zu betreiben, beispielsweise beim Quellen- oder Faktencheck.

Google ist längst nicht mehr nur eine Suchmaschine. Ob Chrome, Google Übersetzer, Youtube oder Google Play – in fast allen Belangen hat der Datenriese mittlerweile Einfluss auf unseren Alltag. Ein weiterer Dienst von Google, den viele wohl bereits kennen ist Google Maps – wer die Maps noch nicht kennt, kann hier nachlesen, wie sie genau funktionieren.

💡 Tipp: Für die journalistische Nutzung von Google Maps hat Google einen Onlinekurs aufgeschaltet.

Wertvolle Details für eine Geschichte gewinnen

Google Maps kann eingesetzt werden, um virtuell einen Ort zu erkunden, den man aus zeitlichen oder geographischen Gründen nicht selbst besuchen kann. So können weitere Details herausgefunden werden, die einen Text veredeln. So können mit Maps Beschreibungen von Polizeimeldungen, beispielsweise einem Autounfall nachvollzogen werden.

Oder man kann die Umgebung eines Tatorts oder Schauplatzes virtuell erkunden. Wie gross ist ein Grundstück? Welche Details bieten die nähere Umgebung? Mittels Street View und dem Massstab kann dies einfach und schnell nachvollzogen werden.

Street View kann auch helfen, eine Adresse herauszufinden, die man selbst nicht weiss. Dazu vergleicht man, falls möglich, Details von Fotos der Umgebung mit den Aufnahmen auf Street View. Verlässt man Street View, wird einem die Adresse in der linken oberen Ecke angezeigt.

💡 Tipp: Die Umgebung kann im Satellitenmodus besser nachvollzogen werden.

Erklärung der verschiedenen Funktionen in Google Maps

Linke Ecke:

  • Wechseln zwischen Satellit und Karte

Rechte Ecke, von oben nach unten:

  • eigener Standort anzeigen
  • Zoom (+ vergrössert, – verkleinert die Karte)
  • Männchen startet Street View, Icons daneben öffnen Fotos der Umgebung
  • Massstab 20m (passt sich automatisch an)

Fakten- und Quellencheck mit Google Maps

In den sozialen Medien häufen sich Videos und Bilder, besonders bei Grossanlässen oder Ereignissen. Auch Redaktionen bekommen regelmässig Content von ihren Lesern zugesendet. Es gehört zur Pflicht von Journalisten, dieses Material auf seine Echtheit zu überprüfen. Google Maps kann hier Abhilfe schaffen.

💡 Tipp: Eine weitere Möglichkeit, die Echtheit oder Herkunft eines Bildes zu überprüfen, ist die sogenannte Reverse Image Search. Dabei handelt es sich um eine umgekehrte Bildsuche, bei der eine Suchmaschine das Internet nach ähnlichen Bildern durchsucht. Ein Tutorial sowie ein Vergleich der drei grössten Suchmaschinen findest du hier.

1. Öffne Google Maps. Tippe nun in das Suchfeld links oben die detaillierteste Ortsangabe, die du über das gesuchte Bild oder Video weisst.

Wechsle in den Modus Satellit, um die Umgebung besser zu erkunden. In diesem Modus fällt es dir leichter, einmalige Eigenschaften in deiner Umgebung zu erkennen, zum Beispiel ein Park, eine Strasse oder das Aussehen eines bestimmten Gebäudes.

Mit der Zoomfunktion in der rechten unteren Ecke kannst du die Auflösung der Karte grösser oder kleiner machen.

2. Klicke nun auf das gelbe Männchen und halte die Maus gedrückt. Wenn du das Männchen auf die Karte ziehst, erscheinen gelbe Linien und Punkte.

Die Linien zeigen die Orte an, an denen Street View möglich ist. Das heisst, dort kannst du dich virtuell bewegen und die Umgebung erkunden.

Die Punkte signalisieren sogenannte Photo Spheres. Dabei handelt es sich um Panoramaaufnahmen, die von Nutzern hochgeladen wurden.

Wenn du mit dem Männchen lange auf einer blauen Linie oder einem Punkt bleibst, erscheint ein kleines Vorschaufenster.

3. Lässt du das Männchen nun fallen, landest du im Street View. Mit der Maus kannst du dich umsehen. Nutze die Pfeile, um dich in der Umgebung zu bewegen.

4. Wenn du die Umgebung weiter eingegrenzt hast, kannst du mit dem Suchfeld nach weiteren Indizien auf deinem Bild suchen.

Wenn du beispielsweise Parks in das Suchfeld eingibst, werden dir alle Parks in deinem ausgewählten Kartenausschnitt angezeigt.

5. Wenn du einen Hinweis entdeckst, kannst du ihn für später speichern, damit du ihn einfach wiederfindest. Den Speichern-Button findest du im linken Ausklappmenu.

Dieser gespeicherte Ort bleibt als gelbes Sternchen auf deiner Karte, auch wenn du anschliessend nach anderen Orten suchst.

Eine interaktive Map erstellen für eine Geschichte

Mit My Maps hat Google ein Tool konzipiert, mit dem eigene, interaktive Karten erstellt werden können. Diese können eine Story interessanter und nachvollziehbarer machen oder sie kann mit Freunden geteilt werden.

Beispielsweise kann eine solche Karte bei einem Bericht über ein Verbrechen eingebettet werden. Dadurch können Leser mittels Street View näher am Geschehen teilnehmen und die Umgebung erkunden.

Auch bei Reiseberichten kann My Maps die Story aufwerten. Auf den Karten können individuelle Routen eingezeichnet werden, durch die der Leser die Reise besser nachvollziehen kann. Ausserdem können optional eigene Bilder zur Karte hochgeladen werden, durch die die Reise noch interessanter und erlebbarer wird.

1. Gehe dazu zu My Maps oder über Google Drive via New > More > Google My Maps.

2. Falls zu deiner Karte ein Spreadsheet oder Excel-File vorhanden ist, kannst du dieses via Import hochladen. Enthält dieses File Daten zu Locations, werden diese von Google automatisch erkannt und auf der Karte markiert.

Enhält das Excel-File weitere Zeilen, können diese beim Import angewählt werden und erscheinen sogleich im Textfeld unter dem Titel der Location. Dort können weitere Informationen zur Location hingeschrieben werden.

Für dieses Tutorial importiere ich ein Excel-File mit Daten von verschiedenen Schweizer Bergen.

3. Mit dem Kamera-Icon können eigene Fotos oder Videos hochgeladen werden. Weiter können auch Youtube-URLs eingefügt werden.

Mit dem Farbeimer-Icon können die Stecknadeln gestaltet werden. Ausserdem kann aus einer Vielzahl verschiedener Icons ausgewählt werden, die je nach Art der Karte ausgewählt werden können.

4. Mittlerweile wurden die verschiedenen Locations mit einem passenden Berg-Icon versehen.

Mit folgendem Icon können Linien oder Routen in die Karte gezeichnet werden, beispielsweise Auto- oder Wanderrouten. Wählst du zwei eingezeichnete Icons an, sucht Google Maps automatisch passende Routen zwischen den zwei Punkten.

Unter Base Map kannst du zwischen neun verschiedenen Kartentypen auswählen. So kannst du den Typ der Karte deinem Thema anpassen.

5. Ganz oben kannst du den Titel deiner Map ändern und eine Beschreibung hinzufügen. So weiss der Nutzer sofort, welches Thema die Karte behandelt.

6. Mit einem Klick auf die drei Punkte neben dem Titel deiner Map öffnet sich ein Menu. Wählst du Embed on my site, erscheint ein Code, den du auf deiner Webseite einbetten kannst.

Weiter unten kann auch die Option Print map angewählt werden, mit der die Karte als PDF oder Bilddatei exportiert werden kann.

Hast du Fragen oder Inputs? Schreib mir unter kontakt@rechercheprofi.ch.

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